POKERACADEMY Deutschland Limited

Nürnberger gründeten Poker-Akademie

Die hohe Schule der Zocker



Wie kommt man bloß auf die Idee, eine Poker-Akademie zu gründen? Ganz einfach: Die beiden Freunde Roland Schuster und Aleksandar Abutovic zocken seit Jahrzehnten sehr erfolgreich. Und sie werden immer wieder von anderen Spielern angesprochen, die dringend ein paar Profi-Tipps bräuchten - weil sie im Casino zu viel Geld verpulvern.
Seit zwei Wochen gibt es nun die Nürnberger "Poker Academy", zwei Turniere hat sie bereits im BA Hotel veranstaltet. Aber sie bietet eben auch Kurse und Seminare an. Und was lernt man da? Wie man die Karten zinkt? Nein, natürlich nicht. Aber die beiden Profi-Zocker vermitteln schon, wie man ein richtiges Pokerface aufsetzt: "Das ist natürlich wichtig - die besten Karten nützen einem ja nichts, wenn die Mitspieler das ahnen und nicht mitgehen. Oder wenn man ein schlechtes Blatt hat und beim Bluffen durchschaut wird." Psychologie ist beim Pokern wichtig - auch für den richtigen Umgang mit Glücks- und Pechsträhnen.

Panische Pechvögel sind eine leichte Beute

"Selbst wenn man ein Spitzenblatt hat, kann es eben doch passieren, dass man verliert", weiß der Academie-Leiter. Und dann ist so mancher Zocker mit den Nerven am Ende - vor allem, wenn er einen hohen Einsatz gewagt hat. "Da ist es sinnvoller, ein paar Runden auszusetzen und mal spazieren zu gehen", rät Abutovic. Denn wer jetzt nervös weiterspielt, ist für routinierte Gegner eine leichte Beute.
Neben der richtigen psychologischen Strategie gilt es auch, die Chancen des Gegners richtig einzuschätzen. Die lassen sich tatsächlich ziemlich exakt kalkulieren, die Profis berechnen das sekundenschnell in Prozentsätzen. "Das ist reine Mathematik", erklärt Abutovic. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner ein besseres Blatt in der Hand hält, ergibt sich anhand zweier Kriterien: Welche Karten man selbst in der Hand hält, und wie oft bestimmte Karten insgesamt im Spiel vorkommen.
Um Haus und Hof kann man sich bei den jeden Mittwoch stattfindenden Turnieren der Poker-Akademie aber nicht spielen: Im schlimmsten Falle hat man nur die 15 Euro Startgebühr verloren. Glückspilze gewinnen einen Sachpreis im Wert von rund 75 Euro. Es geht eben nicht ums große Geld, sondern um den Spaß am Zocken - und zwei Stunden vor dem Spiel können Anfänger sogar noch einen Crashkurs besuchen. Da kann ja fast nichts mehr schief gehen. Erik Stecher
*Quelle: NÜRNBERGER ZEITUNG

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